Legislaturprogramm 2014-2018

Legislaturprogramm 2014-2018

Uster braucht alle
Legislaturprogramm 2014-2018 der SP Uster



Uster braucht alle – Grundsätze

Chancengleichheit und Lebensqualität
Uster prosperiert und wächst. Davon sollen alle Menschen profitieren: Familien, Haushalte mit geringem Einkommen, Jugendliche, ältere Personen, das produzierende Gewerbe, Kulturschaffende –  kurz: Alle, die Uster gerne haben und die Zukunft mitgestalten wollen. Die SP Uster setzt sich dafür ein, dass alle diese Menschen eine Stimme erhalten, dass alle gehört werden. Chancengleichheit und Lebensqualität für alle müssen die Leitlinien der Ustermer Politik sein. Nur so  profitieren alle vom gemeinsam erarbeiteten Wohlstand.

Bezahlbarer Wohnraum für alle
Innert eines Jahrzehnts hat sich in Uster der Preis für Bauland verdoppelt. Für eine 4-Zimmer-Wohnung bezahlt man schnell einmal mehr als 2‘900 Franken Miete im Monat. Kein Wunder haben immer mehr Menschen Mühe, in Uster bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Stadt Uster ist gefordert, hier Gegensteuer zu geben. Zum Beispiel indem sie den genossenschaftlichen Wohnungsbau fördert oder die neuen Möglichkeiten des kantonalen Planungs- und Baurechts nutzt, so dass Wohnraum entsteht, der für alle Menschen bezahlbar ist.

Investitionen in die Zukunft statt Tiefsteuerpolitik
Damit Uster attraktiv bleibt, muss die Stadt jetzt in die Zukunft investieren. Eine Tiefsteuerpolitik, von der nur wenige profitieren, führt vor allem zu einer knappen Kasse und sorgt dafür, dass die Stadt Uster einen immer grösseren Investitionsberg vor sich herschiebt. Nötig ist zudem eine aktive Liegenschaftenpolitik: Die Stadt muss strategisch wichtige Grundstücke kaufen und ihr eigenes Land nicht verkaufen, sondern im Baurecht abgeben. Die Passivität der letzten Jahre muss abgelegt und den einst gemachten Versprechen endlich Folge geleistet werden.

Integration geht alle an
Integration geht alle an, Junge und Alte, Zugewanderte und Einheimische. Viele Gemeinden in der Region leisten bei der Integration ausländischer Staatsangehöriger bereits vorbildliche Arbeit. Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Gemeinden und dem Kanton müssen vermehrt genutzt werden. Für die Koordination innerhalb der Stadt braucht es eine Fachstelle für Integration. Klar ist auch: Die gemeinsame Sprache spielt eine zentrale Rolle bei der Integration. Die Primarschule Uster muss deshalb dem Fach «Deutsch als Zweitsprache» mehr Aufmerksamkeit schenken und mehr als nur das Minimum anbieten.


Uster braucht Zukunft – Bildung und Familie

Frühförderung
Bereits in den ersten Lebensjahren werden die Weichen für die soziale, emotionale und geistige Entwicklung eines Kindes gestellt. Beim Start in die obligatorische Schulzeit ist es oft zu spät, um Versäumtes nachzuholen. Gerade Kinder mit schwierigen familiären Verhältnissen oder einem Migrationshintergrund brauchen einen guten Start in die Schulzeit. Sie und ihr Umfeld benötigen deshalb früh Beratung und Unterstützung. Die Stadt Uster muss sich in diesem Bereich vermehrt engagieren und für eine bessere Koordination der verschiedenen Akteure sorgen.

Familienexterne Betreuung und Tagesstrukturen
Familienexterne Betreuung und die Tagesstrukturen der Primarschule werden von Familien mit geringem Einkommen, psychosozialer Belastung oder Migrationshintergrund wenig genutzt. Doch gerade ihre Kinder würden von solchen Angeboten profitieren. Es ist deshalb zu prüfen, wie die Unterstützung dieser Eltern durch die Stadt optimiert werden kann. Zudem stösst die Arbeit durch Freiwillige in den Trägerschaften der FEB-Vereine zunehmend an ihre Grenzen. Die FEB-Geschäftsstelle muss hier vermehrt Unterstützung im administrativen Bereich anbieten.

Tagesschule

Das Schulmodell der Zukunft sind Tagesschulen. Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass Kinder nicht nur mehr und besser lernen, sondern dass Tagesschulen auch integrierend wirken und die Leistungen sowie die sozialen Kompetenzen der Kinder fördern. Eine oder mehrere Tagessschulen stellen für eine Stadt in der Grösse von Uster ein unabdingbares und auch pädagogisch sinnvolles Angebot dar.

Koordinierte Familienbegleitung und -unterstützung
Schulsozialarbeit kann nur innerhalb der Schule stattfinden, die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde wird oft erst tätig, wenn die Verhältnisse bereits eskaliert sind. Es fehlt eine niederschwellige und längerfristige Unterstützung und Begleitung von Familien und auch die Koordination zwischen verschiedenen zuständigen Stellen und Behörden. Es gilt, Lösungen zu suchen.

Verstärkte musikalische Grundbildung in der Schule
Untersuchungen bestätigen die positiven Effekte von Musik auf unser Hirn: Sie belebt nicht nur unsere Gefühlswelt, sondern fördert auch die Vernetzung von Nervenzellen, trainiert das Gedächtnis und verbessert die Fertigkeiten in den kognitiven Fächern. Gerade für junge Menschen ist der Musikunterricht wichtig, weil ihr Gehirn noch formbar ist. Die musikalische Grundbildung in der Schule muss deshalb verstärkt werden.


Uster braucht ein Gesicht – Stadtentwicklung

Eine Lösung für die Schifflände
Um die Gestaltung der Schifflände wurde genug gestritten. Jetzt gilt es eine umfassende, für alle Seiten gute Lösung zu finden. Dabei muss das Prinzip gelten: Möglichst viel öffentlicher Zugang zum See und nur diejenige Nutzungen direkt am See, die dort zwingend sein müssen. So entsteht Raum, um alle Interessen unter einen Hut zu bringen und eine vernünftige Lösung für ein attraktives Seerestaurant zu finden.

Ein lebendiges Zentrum
Uster braucht ein Zentrum, das zum Flanieren und zum Einkaufen einlädt. Mit dem bestehenden Flickwerk muss aufgeräumt und ein grosses Ganzes geschaffen werden. Ein attraktives Zentrum entsteht, wenn der öffentliche Raum sorgfältig gestaltet und der Autoverkehr auf die Hauptachsen gelenkt wird. Auch muss dafür gesorgt werden, dass man sich im Zentrum wohl fühlt und unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sich gerne dort aufhalten. Die Entwicklung des Zentrums darf nicht alleine der Wirtschaft überlassen werden, vielmehr soll sich die Bevölkerung partizipativ am Prozess beteiligen können.

Bezahlbare Räumlichkeiten auch fürs Gewerbe
Nicht nur Familien haben heute Mühe in Uster bezahlbaren Wohnraum zu finden, das Gewerbe leidet unter ähnlichen Problemen. Der Grund: In den Arbeitsplatzzonen sind auch Dienstleistungen und Verkaufsgeschäfte zulässig. Dies treibt die Landpreise in die Höhe, die sich ein Gewerbebetrieb oft nicht mehr leisten kann. Wirtschaftsförderung beginnt also damit, dass die Stadt Rahmenbedingungen schafft, dass auch das Gewerbe wieder bezahlbare Räumlichkeiten vorfindet.

Neue Nutzung für die Zeughäuser Winikon

Die Zeughäuser Winikon suchen immer noch nach einer Nachfolgenutzung. Das vor Jahren zu dieser Frage durchgeführte Stadtentwicklungsgespräch muss wieder aufgenommen und sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten für die Zeughäuser gesucht werden. Um den Horizont zu erweitern, ist ein breit angelegter Ideenwettbewerb zu prüfen.


Uster braucht eine Seele – Kultur und Sport


Ein städtischer Kultursaal auf dem Zeughausareal
Das neue städtische Kulturzentrum auf dem Zeughausareal muss unverzüglich projektiert werden. Wichtig ist dabei: Der neue Kultursaal darf keine bessere Mehrzweckhalle sein, sondern muss den Anspruch haben, nicht nur das Zentrum der Ustermer Kulturszene zu sein, sondern auch über Uster hinaus in die Region zu strahlen. Er muss ein Ort sein, den man wegen eines Konzertes oder eines Theaters, aber auch wegen der Atmosphäre und dem gastronomischen Angebot gerne besucht. Der Kultursaal soll ein Saal mit Inhalt sein, ein Saal mit einer Seele.

Kultur braucht Unterstützung
Fast jedes Kulturangebot fängt einmal klein an. Mit dem Erfolg wächst dann der Aufwand, aber auch die Professionalität. Ob gross oder klein, ob Laien oder Profis: Kulturschaffende und -anbietende sind auf eine unkomplizierte Unterstützung durch die Stadt angewiesen. Hier muss die Stadt auch in Zukunft Hand für unkomplizierte Lösungen bieten. Es braucht aber auch finanzielle Hilfe: Häufig steht und fällt ein Angebot mit dem städtischen Beitrag.

Kleine Häuser für grosse Kultur
Mit der Unteren Farb und der Villa am Aabach hat Uster mitten im Zentrum zwei kleine feine Häuser, die sich ideal für kulturelle Veranstaltungen unterschiedlichster Facetten eignen. Dieses Potenzial muss genutzt werden, sodass mit diesen beiden Häusern und der Villa Grundholzer ein einmaliges kulturelles Dreigestirn entsteht. Mit der Unterbringung des Stadtarchivs in der Unteren Farb wird ein erster Schritt in diese Richtung getan.

Musikschule im Herzen von Uster
Die Musikschule ist für die Stadt Uster Gold wert. Allerdings kämpft sie mit räumlichen Problemen, ist auf verschiedene Standorte verteilt. Diese Verzettelung ist für die Musikschule, die Schülerinnen und Schüler, die Lehrpersonen, aber auch für die Stadt unglücklich. Daher ist es zwingend, dass die Musikschule ein neues Zuhause an einem Standort findet. Deshalb ist eine Integration der Musikschule ins neue Kulturzentrum auf dem Zeughausareal zu prüfen.

Attraktives Freizeitangebot für Jugendliche

Jugendliche sollen ihre Freizeit in Uster verbringen können. Dazu gehört, dass Jugendliche Freiräume finden, wo sie die Freizeit den eigenen Bedürfnissen gemäss gestalten können. Neben dem Freizeit- und Jugendzentrum braucht es mehr Probe- und Eventräume. Auf dem Zeughausareal lässt sich ein entsprechendes Angebot realisieren. Auch das Kulturangebot in Uster muss den Wünschen und Bedürfnissen der Jugendlichen besser entsprechen. Die Stadt soll deshalb entsprechende Angebote für Jugendliche – etwa ein regelmässiges Jugendkino im Central – fördern und unterstützen.

Vereine schaffen Gemeinschaft
Vereine bilden als kleine und grössere Gemeinschaften das Rückgrat des sportlichen, kulturellen und geselligen Lebens der Stadt Uster. Unzählige Menschen engagieren sich Jahr für Jahr unentgeltlich in ihren Vereinen, doch in der heutigen schnelllebigen Zeit wird es immer schwieriger Freiwillige zu finden. Das vielfältige Vereinsleben braucht deshalb Unterstützung durch die Stadt Uster. Ausserdem leisten viele Vereine wertvolle Jugendarbeit und tragen zur Integration bei. Diese Arbeit muss durch die Stadt Uster auch weiterhin finanziell unterstützt werden.


Uster braucht eine grüne Lunge – Umwelt

Bewusster Umgang mit erneuerbarer Energie
Die Zukunft der Energieversorgung heisst auch in Uster erneuerbare Energie und Reduktion des Energiebedarfs. Gemeinsam können wir wichtige Schritte hin zur 2000-Watt-Gesellschaft unternehmen. Handlungsmöglichkeiten gibt es viele: So kann die Energie Uster AG ihr Basisstrom-Angebot auf 100 Prozent erneuerbare Energien umstellen. Weiter können Bauvorschriften so angepasst werden, dass für Neubauten der Einbau von Anlagen für erneuerbare Energien verlangt wird. Der Ökofonds der Energie Uster AG kann aufgestockt und der Verwendungszweck erweitert werden. Organische Haushaltabfälle können als Einspeisematerial für eine Ustermer Biogasanlage verwendet werden. Und zentral bleibt für uns: Die Energieversorgung muss zu 100 Prozent im öffentlichen Besitz verbleiben.

Velofahren in Uster muss attraktiv und sicher sein
Das Velonetz in Uster ist ein Flickwerk. An vielen Stellen müssen Velofahrende die sicheren Velowege verlassen, haben keinen Vortritt, müssen Strassen überqueren und sich auch an engen Strassenabschnitten den Platz mit Autofahrenden teilen. Das muss sich ändern, denn Uster eignet sich hervorragend als Velostadt. Deshalb muss das Velonetz ausgebaut und sicherer gemacht werden. Ein vollständiges Velowegnetz ermöglicht zudem auch die Etablierung neuer Dienstleistungen, etwa ein Velohauslieferdienst für mobilitätseingeschränkte Personen.


Uster braucht ein gesundes Herz – Gesundheitspolitik

Umsetzung Altersstrategie
Die Stadt Uster hat in der letzten Legislaturperiode eine neue Altersstrategie verabschiedet – ein wichtiger und notwendiger Schritt. Nun gilt es aber auch, die nötigen Mittel bereitzustellen und die vorgesehenen Massnahmen umzusetzen. Besonders wichtig sind dabei die nächsten Schritte zur Sicherung des bezahlbaren Wohnraums im Alter. Von der neuen Beratungs- und Anlaufstelle Alter erwarten wir eine aktive Informationspolitik. So muss die ältere Bevölkerung z.B. besser über den Zugang zum System der Ergänzungsleistungen informiert werden.

Spital Uster bleibt in öffentlicher Hand
Die Spitalversorgung der Einwohnerinnen und Einwohner unserer Region ist und bleibt eine öffentliche Aufgabe. Wir dürfen die Erfüllung dieser Aufgabe nicht Privaten überlassen. Marktprinzipien sind nicht geeignet, um unsere medizinische Grundversorgung zu steuern: Ein Regionalspital darf sich nicht nur um die lukrativen «Fälle» kümmern, sondern muss sich auch der weniger attraktiven Fachgebiete und der Versorgung von chronisch kranken Patientinnen und Patienten annehmen. Die geplante Umwandlung des Zweckverbandes Spital Uster in eine Aktiengesellschaft ist deshalb der falsche Weg. Das Spital Uster muss zu 100 Prozent im Besitz der öffentlichen Hand bleiben.

Das Legislaturprogramm steht Ihnen zum Download zu Verfügung. (PDF/238 KB)