Schule und schulergänzende Betreuung gemeinsam denken

von Monika Fitze (Kommentare: 1)

Die Berichterstattung im «Anzeiger von Uster» zu einer Leistungsmotion der GLP stellte die SP in einem schlechten Lichte dar: Während die inhaltliche Argumentation der SP nicht aufgenommen wurde, nutzten die Grünen die Gelegenheit, der SP einen «sozialpolitischen Rückwartssalto» vorzuwerfen. Das Gegenteil ist der Fall: Die SP-Fraktion wies an der Gemeinderatssitzung als einzige Partei auf die Herausforderungen hin, die sich im Bereich Schule und Betreuung in naher Zukunft stellen.

Die SP-Fraktion hat die Leistungsmotion der GLP zu Anpassungen im Elternbeitragsreglement, welche sich für Verbesserungen für schlechter Verdienende einsetzen wollte, nicht befürwortet. Die Forderungen setzen den Fokus zu einseitig auf die Elternbedürfnisse und deren finanzielle Einsparungen. Die pädagogische Qualität der Betreuung, aus Sicht der SchülerInnen wichtig, und die Arbeitsbedingungen für Hortmitarbeitende wurden hingegen in dieser Leistungsmotion völlig ausgeblendet.

Aus bildungspolitischer Perspektive liegen die grossen Herausforderungen aktuell vor allem darin, Volksschule und schulergänzende Betreuung zusammenzuführen. Die beiden Betriebe werden zurzeit noch unabhängig voneinander gedacht. Die Hortbetriebe kommen mit der ständig wachsenden Nachfrage an ihre Grenzen. Eine Koordination der beiden Betriebe könnte Synergien freisetzen, die in erster Linie den Schulkindern zugute kommen, indem sie einen Schulalltag aus einem Guss erfahren dürfen, in welcher Lehrpersonen und Hortbetreuende Hand in Hand arbeiten. Durch eine verbesserte Koordination und eine gemeinsame Betriebskultur kann aber auch die wirtschaftliche Effizienz erhöht werden, was sich schlussendlich wiederum positiv auf das elterliche Portemonnaie auswirken wird. Eine Leistungsmotion zu unterstützen, welche ausschliesslich die Bedürfnisse der Eltern fokussiert, die Bedürfnisse der SchülerInnen und der Hortmitarbeitenden ausser Acht liess, erachten wir deshalb als rückwärtsgerichtet und die Zeichen der Zeit missachtend.

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Lydia Hässig

Von: Lydia Hässig

Am:

Um: 23:01

Eine verbesserte Koordination zwischen LehrerInnen und Hortnerinnen kann ich nur unterstützen. Eine gemeinsame Betriebskultur wäre eine Schritt in die richtige Richtung: Bessere Betreuungsqualität und bessere Arbeitsbedingungen. Ich hoffe sehr, dass dieses Vorhaben gelingt. Weshalb aber durch ein angepasstes Tarifsystem die Schlechterverdienenden nicht entlastet hätten werden sollten, bleibt für mich nicht nachvollziehbar. Wieso soll man nicht beides tun? Eins nach dem andern?