Der Gemeinderat startete gleich mit einer Doppelsitzung ins neue Jahr. Der Grund dafür ist, dass die grosse Richtplan-Debatte im letzten Herbst sowie die jährliche Budgetdebatte im Dezember auf der Traktandenliste einen ziemlichen Rückstau an pendenten Geschäften produziert hatte. Ratspräsident Ali Öczan wollte deshalb diesen Rückstand abbauen und hatte Erfolg damit: Alle elf Traktanden konnten abgearbeitet und erledigt werden. Somit ist der Gemeinderat wieder auf Kurs.
Der Gemeinderat behandelte unter anderem ein Postulat von SP-Gemeinderätin Nina Nussbaumer zum Thema offene Kinder- und Jugendarbeit. Die Jugendarbeit auf dem Zeuhausareal zieht heute deutlich mehr Jugendliche an, als noch vor ein paar Jahren. Und auch die Angebote für Kinder, wie der Holzwurm oder das Spielmobil, erfreuen sich einem wachsenden Zuspruch. Doch dieser Erfolg hat auch seine Kehrseite: Die bisherigen Ressourcen können nicht Schritt halten. «Wir sind bei etwa der Hälfte dessen, was vom Bund für die Jugendarbeit empfohlen wird.» Das Postulat wurde am Ende aber mit 25:10 Stimmen als erledigt abgeschrieben – wie immer war die SVP dagegen –,weil der Gemeinderat in der Budgetdebatte für die Jugendarbeit kürzlich mehr Ressourcen gesprochen hat.
Überwiesen wurde mit 19:15 Stimmen auch ein Postulat der EVP, welches die Anpassung der Löhne der Lehrpersonen an der Musikschule Uster fordern. Diese liegen rund 10 Prozent unter denen der Primarschullehrer:innen. Dass es eine Anpassung braucht, ist unbestritten, Differenzen gibt es aber bezüglich dem Zeitpunkt. Primarschulpflege und Stadtrat sehen eine Erhöhung auf das Schuljahr 2027/2028 vor, das Postulat verlangt hingegen eine Anpassung bereits auf das Schuljahr 2026/2027.
Um interkommunale Zusammenarbeit ging es schliesslich in einer Weisung des Stadtrates: Die Gemeinde Seegräben hatte bei der Stadt Uster angeklopft und möchte die kommunalen Polizeiaufgaben neu bei ihr einkaufen. Die Stapo Uster übernimmt diese Aufgabe ja auch schon für Greifensee. Für Seegräben wird das Polizeikorps nun um eine 60 Prozent-Stelle aufgestockt, die Kosten dafür werden von der Gemeinde Seegräben getragen. Aber auch die Stadt Uster profitiert, indem sie so mehr Ressourcen etwa bei Grosseinsätzen wie den Ustermärt erhält. Der Vertrag wurde mit 25:7 Stimmen genehmigt.
Weiter hat der Gemeinderat:
- Einstimmig eine Motion bezüglich Abgabe der Parzelle Apothekerstrasse 18 im Baurecht überwiesen.
- Einstimmig einen Kredit von 1,4 Millionen Franken für die Fassadensanierung des Spitex-Gebäudes genehmigt.
- Mit 25:10 Stimmen die Einführung einer Begegnungszone in der Hohfuren bewilligt.
- Mit 18:17 Stimmen ein Postulat betreffend Überprüfung der Nachhaltigkeitsstrategie am Uster Märt als erledigt abgeschrieben.
- Mit 25:10 Stimmen ein Postulat betreffend Nachhaltiges Bauen als erledigt abgeschrieben.
- Einstiimig zwei Postulate betreffend finanzielle Planung von Bauprojekten der Stadt Uster als erledigt abgeschrieben.
- Mit 24:10 Stimmen ein Postulat betreffend eayvote-Abstimmungshilfe für junge Erwachsene als erledigt abgeschrieben.